Digitale Öffentlichkeit
In digitalen Öffentlichkeiten, in denen Algorithmen Reichweite belohnen und Komplexität benachteiligen, entsteht dadurch eine verkürzte Darstellung islamischer Tradition.
Hey Imam ist eine Plattform, die radikal vereinfachten und autoritären Online-Deutungen von Islam nicht mit Propaganda, sondern mit Reflexion begegnet. Wir schaffen Räume für differenzierte Perspektiven, theologische Urteilskraft und gesellschaftlichen Dialog im österreichischen Kontext.
„Hey Imam“ ist ein islamisch-theologisches Projekt im digitalen Raum. Es reagiert auf die zunehmende Präsenz sogenannter Social-Media-Prediger:innen, deren religiöse Inhalte häufig durch normative Eindeutigkeit, moralische Zuspitzung und geringe theologische Differenzierung geprägt sind.
In digitalen Öffentlichkeiten, in denen Algorithmen Reichweite belohnen und Komplexität benachteiligen, entsteht dadurch eine verkürzte Darstellung islamischer Tradition.
„Hey Imam“ versteht sich ausdrücklich als Gegennarrativ zu vereinfachenden Deutungsformen – nicht als neue Autorität oder Gegen-Dogmatik, sondern als andere Form theologischer Kommunikation.
Die Notwendigkeit ergibt sich aus der Dynamik sozialer Medien: Verkürzung ersetzt Kontext, Emotionalisierung verdrängt Differenzierung. Deshalb braucht es dort auch theologisch reflektierte Stimmen.
Das Projekt berücksichtigt die europäische Prägung sowie die sozio-kulturellen Gegebenheiten Österreichs und Europas. Theologische Fragen werden im jeweiligen gesellschaftlichen Kontext behandelt.
Die Kurzvideos dienen als niederschwellige Gegennarrative. Sie verzichten bewusst auf dogmatische Setzungen und autoritative Urteile. Stattdessen sind sie pluralitätsfreundlich angelegt, eröffnen Denk- und Interpretationsräume und setzen präzise Impulse, ohne abschließende Wahrheitsansprüche zu formulieren.
Ausführlichere Erklärvideos sowie vertiefende Inhalte auf der Projektwebsite ermöglichen intensivere theologische Darstellung, historische Kontextualisierung und differenzierte Argumentation. So wird das Kurzformat in einen vertieften Bildungszusammenhang eingebettet.
„Hey Imam“ versteht sich damit nicht als neue religiöse Autorität, sondern als Plattform für eine pluralitätsfähige, diskursive und kontextbewusste Theologie im digitalen Raum.
Hey Imam versteht digitale Räume nicht als Unterhaltungsplattform, sondern als gesellschaftlichen Resonanzraum.
Wir intervenieren dort, wo religiöse Verkürzungen politisch wirksam werden – mit Analyse, Einordnung und theologischer Urteilskraft.