Profil
Irem Kurt studierte Internationale Islamische Theologie an der Marmara-Universität in Istanbul. Parallel zu ihrem universitären Studium absolvierte sie eine klassische Madrasa-Ausbildung, in der sie sich intensiv mit klassischem Arabisch sowie zentralen Werken der islamischen Rechts- und Gelehrtentradition auseinandersetzte. Diese doppelte Ausbildung – akademische Theologie und traditionelle ʿilm-Praxis – bildet die Grundlage ihres rechtshermeneutischen Profils.
Im Anschluss spezialisierte sie sich im Masterstudium auf Islamisches Recht (fiqh). Ihre wissenschaftliche Arbeit bewegt sich seither an der Schnittstelle von Normativität, Ethik und juristischer Methodologie (uṣūl al-fiqh).
Im Zentrum ihres Promotionsprojekts steht eine systematische Analyse der Begriffe ḫabīṯ und ṭayyib im islamrechtlichen Diskurs zu Speisegeboten. Dabei untersucht sie, wie Reinheitskonzepte, normative Ableitung und ethische Bewertung ineinandergreifen und wie sich diese Diskurse historisch entwickelt haben. Ihre Forschung verbindet Koranexegese, Rechtsmaximen (qawāʿid fiqhiyya), uṣūl-Prinzipien und spätantike Rechtskontexte.
Internationale Vorträge, u. a. im Rahmen der IQSA, sowie ihre Arbeiten zu Rechtsmaximen und Speiseethik zeigen ihre besondere Kompetenz in der Verbindung von klassischer Jurisprudenz und gegenwärtiger Normdebatte.